Physiotherapeut: Interview mit einer Mitarbeiterin (S.B. März/ 2018)

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    Welchen Beruf hast du ?

    Heike: Ich arbeite als Physiotherapeuten.

    Wie lange dauerte deine Ausbildung ?

    Heike: Die Ausbildung hat sechs Semester. Das ist eine Schule.

    Welchen Abschluss braucht man ?

    Heike: Du brauchst die Mittlere Reife. Ich empfehle jeden, aus einiger Erfahrung, besser mit dem Abitur, weil du bessere Grundlagen in Physik, Chemie, Biologie und auch Sprachen hast.
    Vieles ist in Latein, wenn du Latein hast, dann ist es nicht schlecht, weil du es dann besser verstehst. Man kann aber auch Latein nach der Schule lernen, aber du musst sehr viel dann dafür machen.

    Wie war die Ausbildung ?

    Heike: Die Ausbildung war sehr schwer und ich musste viel machen und lernen

    Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken ?

    Heike: Ganz wichtig! Ich darf eigentlich nicht ohne Ärzte arbeiten. Früher hatten wir eine Ärztin, die jede Woche gekommen ist und uns geprüft hat, aber die Behörde hat sie weg genommen. Ich darf eigentlich keine Rezepte ausstellen, aber wir brauchen sie, um für die Kinder ein Gerät oder Hilfsmittel zu bestellen und dafür brauchen sie ein Rezept. Entweder machen es die Eltern selber und sind aktiv oder wir machen es für sie, da sie es selber nicht machen können oder es einfach nicht machen. Die Krankenkassen lehnen sehr vieles ab und wir müssen ganz lange Briefe schreiben warum und weshalb das nötig ist. Manchmal gucken sie sich auch eine Video Aufnahme an.

    Was macht einen guten Physiotherapeuten aus ? ( Erfahrungen, Wissen, Einfühlungsvermögen, Kommunikations-, Teamfähigkeit )

    Heike: Das passt alles zusammen, du hast alles gesagt! Erfahrung ist nicht so wichtig, wenn jemand neu hier ist und sich nicht so gut auskennt und fragen hat helfen wir gerne weiter. Wir sind ein gutes Team und arbeiten auch zwischen durch zusammen.

    Welche Voraussetzung sind nötig um diesen Beruf zu erlernen ?

    Heike: Du musst Einfühlungsvermögen haben und du musst Stabil sein.

    Warum hast du diesen Job ausgesucht ?

    Heike: Ich bin per Zufall auf diesen Beruf gestoßen. Ich war früher technische Zeichnerin und hab dann noch mein Abitur gemacht und habe zufällig eine Frau getroffen, die auch in dieser Klasse war und wir haben uns angefreundet und sie wollte Physiotherapeuten werden. Ich wusste garnicht was das ist und hab mich dann bisschen damit auseinander gesetzt und habe gemerkt, dass das genau mein ding war. Ich wollte nicht mehr als Zeichnerin arbeiten, weil es ein Todes Material ist, obwohl es am Anfang sehr interessant war während der Ausbildung aber hinterher saß ich da nur noch am Zeichenbrett und war richtig unglücklich. Ich hatte mir vorgenommen es zu ändern und habe den Endschluss geschlossen, dass ich etwas mit Menschen machen wollte und als ich dann ein Praktikum als Physiotherapeuten gemacht habe, habe ich gemerkt, dass das genau mein ding ist.

    Wolltest du schon immer Therapeuten werden ?

    Heike: Nein, ich wollte eigentlich technische Zeichnerin werden, habe mich aber dagegen entschieden, weil es mir keinen Spaß gemacht hat.

    Fühlst du dich manchmal überfordert ?

    Heike: Nö, man wachst in den Beruf rein und mir bringt das sehr viel Spaß. Du arbeitest in dieser Schule mit sehr vielen Berufsgruppen zusammen und da musst du erstmal rein wachsen.

    Was magst du besonders an deinem Beruf ?

    Heike: Ich finde meinen Beruf sehr interessant, weil er so vielseitig ist und das ist eigentlich nie das gleiche, du arbeitest mit den Menschen, die unterschiedlich sind und das ist ein spannendes Feld.

    Eine Sache, die du persönlich ändern würdest an deinem Beruf

    Heike: Ich denke, ich würde nichts ändern, auch wenn mich paar Sachen stressen. Ich bin zufrieden und glücklich mit meinem Beruf.

    Würdest du deinen Beruf weiterempfehlen ? (Wenn ja/nein, warum ?)

    Heike: Ja klar! Ich selber würde lieber nicht so gerne als Lehrer vor der Klasse sitzen, ich arbeite lieber in Einzelt Situationen, obwohl ich auch Gruppen haben und das bringt auch sehr viel spaß. Außerdem ist das auch so eine kleine Herausforderung. Ich würde es weiter empfehlen für Menschen, die sich auf andere Menschen einlassen, sie müssen sich auf Situationen einlassen. Außerdem muss man selber recht Stabil sein, weil man sehr viel aushalten muss. Man muss sehr viel Elend aushalten, da die Kinder es mit sich bringen. Es ist nicht leicht mit Kindern zu arbeiten, die so etwas schweres durch machen müssen. Man darf aber auch nicht hart sein und man sollte Gefühle haben, aber man darf es nicht an sich ranlassen, sonst zerstört es dich!

    Was sollte man besonders gut können ?

    Heike: Du musst gesundheitlich Stabil sein, dass ist sehr wichtig, weil du sehr hart arbeiten musst, du musst schweres heben und wissen wie du es am besten hebst. Man hat auch Hilfsmittel aber das geht nicht in jeder Situation. Man muss sich auf Menschen einlassen. Du musst viele Fortbildungen machen, weil wenn du einmal die Physiotherapie Ausbildung gemacht hast, bist du nicht fertig. Es gibt noch so viele Sachen, die du mit lernen musst und die auch sehr interessant sind und wichtig sind.

    Die negativen Punkte an deinem Beruf

    Heike: Berichte zu schreiben und die anschließend mit den Eltern zu besprechen, grad, wenn sie nicht so gut deutsch können, ist es etwas schwer es ihnen zu erklären. Das Elend, welches die Kinder mit sich bringen, kann eine sehr emotional treffen. Du musst dir manchmal selber sagen, dass du nicht die Welt retten kannst zum Beispiel, wenn die Eltern die Briefe nicht lesen und nichts machen, kannst du nicht ändern und du musst dann einfach mal aufgeben.

    Die positiven Punkte an deinem Beruf

    Heike: Wenn man will kann man richtig viel Spaß haben! Man muss richtig Lust habe diese Sachen zumachen und es ist schon eine Befriedung, wenn man den Spaß, den man hat, weiter geben kann. Ich finde es toll sowas zumachen.

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